Sonntag, 22. März 2009

Englands Ostküse

Dieses Wochenende stand unser Ausflug an die englische Ostküste auf dem Programm. Wir trafen uns am Samstagmorgen und fuhren dann in unserem schönen und praktischen Citroën C4, der alle sechs komfortabel befördern konnte, mit einem Zwischenstopp in den North Yorkshire Moors nach Whitby, einem malerischen Küstenstädtchen. Wir konnten unser Zimmer in einer direkt am Wasser (allerdings Fluss, nicht Meer) gelegenen Jugendherberge beziehen und machten uns danach auf, Whitby zu erkunden. Erster Programmpunkt war die Whitby Abbey, eine Kathedrale aus dem sechsten Jahrhundert, von der allerdings nur noch gut erhaltene Ruinen übrig sind. Auf dem typisch englischen sehr grünen Rasen und vor dem strahlend blauen Himmel präsentierten sich die Ruinen aber prächtig. Danach führten 199 Stufen den Caedmon's Path hinunter ins Hafenviertel Whitbys, das mit seinen engen Gässchen voller Souvenirgeschäfte und Fish&Chip-Restaurants sehr auf die Touristen ausgerichtet, trotzdem sehr nett anzuschauen ist, wenn man seinen Blick gekonnt an den Hunderten Touristen vorbeizulenken vermag. Aus dem Hafenviertel gelangt man dann am eigentlich sehr schönen, aber wegen der kalten Temperaturen (vor allem der Nordsee) nicht sehr einladenden, Strand vorbei auf den Pier, der weit ins Meer hinausführt und von dem man aus einen schönen Blick zurück auf Whitby hat. Vom Pier erstiegen wir einen weiteren Hügel, der Abbeyerhebung gegenüberliegend, um eine weitere sehr schöne Aussicht auf den Hafen und die darüberliegende Abbey zu erhalten. Danach beschlossen wir, müde und hungrig von der Autofahrt und dem Erkunden, stilgerecht in einer Chippie Fish&Chips zum Znacht zu essen. Wir suchten und das laut meinem Reiseführer beste Café aus, wo wir auch sehr anständige Fish&Chips mit mushed peas bekamen, uns aber alle darauf einigten, dass wir keine grossen Fans der englischen Nationalspeise sind, da diese doch grösstenteils aus Fett besteht. Danach begaben wir uns wieder zurück ins Hostel und vertrieben uns den Abend mit einem sehr unterhaltsamen Personenratespiel. 
Am Sonntag besuchten wir zwei weitere malerische Küstenstädtchen. Als erstes fuhren wir weiter nördlich nach Staithes, ausserhalb dessen man von einer Anhöhe mit den mit 200 Metern höchsten Klippen Ostenglands einen sehr schönen, aber extrem windigen Ausblick auf die Küste hatte. Das Meerdörfchen selber war wie eine verkleinerte Version von Whitby, mit seinen Gässchen, dem Pier und den Häuschen, hatte aber an seiner Lage in einer windgepeitschten Bucht einen eigenen, fast abenteuerlichen Charme. Mein Reiseführer verriet, dass ein Restaurant direkt an der Hafenstrasse dreimal vom Meer weggewaschen und wieder aufgebaut wurde. Da hat ein Landlord den Wink Gottes sehr offensichtlich nicht verstanden. 
Nach Staithes ging es wieder südwärts, an Whitby vorbei nach Robin Hood's Bay, einem ehemaligen Schmugglerstädtchen, das weder Whitby noch Staithes in irgeneinem Belang nachstand und touristisch wahrscheinlich die anderen zwei noch überbieten konnte. Besonders an diesem Städtchen ist die steile Lage an den Klippen, die von oben einen herrlichen Blick über das Städtchen bietet. 
Danach traten wir auch schon wieder den Rückweg an, da eine Kollegin von Leeds aus noch weiterreisen musste und die meisten wegen der Schule eher früh zu Hause sein wollten. 
Fotos sind auf flickr.

Mittwoch, 18. März 2009

Neuer Computer - reaktivierter Blog

Nach langer Absenz auf meinem Blog wegen meines gestohlenen Computers soll meiner Seite hier wieder ein wenig Leben eingehaucht werden. Neu stelle ich die Fotos in mein flickr-Konto, wo man mehr als nur die fünf, die ich bis jetzt hier hochladen konnte, ansehen kann. Den link dazu findet ihr rechts unter "fotos," wenn ihr auf flickr klickt. 
Ich hoffe, es funktioniert, sonst einfach melden. 
Die vier Alben, die ich schon erstellt habe (und die ihr auf der flickr-Seite rechts anklicken könnt) sind von London, von Crans-Montana, von Rise Against und von meinem Wochenende in Zürich. 

Ein frühlingshaftes Wochenende in Zürich

Am Wochenende vom 13. bis zum 16. März hatte ich wieder einmal das Vergnügen, Patricia und Zürich zu besuchen. Am Samstagmorgen musste Patricia zur Uni und ich nahm die Möglichkeit wahr, am Deutschen Seminar einen Berg Gedichte für meine Zwischenprüfung zu kopieren, dessen Lektüre in den nächsten Paar Wochen auf dem Programm steht. Am Nachmittag nutzten wir das schöne Wetter aus, kauften uns einen PicNic-Zmittag und verzehrten diesen neben Hunderten von anderen sonnenhungrigen Zürchern und Zürcherinnen am Seebecken am Bellevue. Man merkte, wie die Menschen die Sonne vermisst hatten, strömten sie doch förmlich dem Seeufer entlang. Nach einem Kaffee mit Mara und Däni verabredeten wir uns mit diesen zweien zum Grillen am Abend. Wir gingen also gross einkaufen, und nahmen zu Hause dann das Feuermachen in Angriff, was sich schwieriger gestaltete als angenommen. Schlussendlich brachten wir aber mit viel Lungeneinsatz eine anständige Glut zusammen und ich genoss den Frühling richtig auf dem Balkon vor dem Grill. Danach entschieden wir uns, einen friedlichen Abend zu machen und schauten noch Piraten der Karibik. 
Für Sonntag hat Patricia den Vorschlag gemacht, in den Zoo zu gehen. Ich fand die Idee super und so fuhren Mara, Däni, Patricia und ich in den Zoo, wo wir einen schönen Nachmittag verbrachten. Vor allem um die warme Masoala-Halle waren alle froh...
Für den Znacht hatte ich mir Fleischkäse gewünscht, den wir mit überbackenem Spinat und dem Hörnlisalat vom Vorabend assen, bevor wir dann, nach Giaccobbo/Müller uns langsam Richtung Bett bewegten, da ich ja am Montagmorgen wieder sehr früh aufstehen musste. 
Der Abschied fiel gewohnt schwer, aber die Aussicht auf die nächste Woche zusammen (nach Ostern) machte ihn ein wenig leichter. 

Skiferien in Crans-Montana

Am 13. Februar war es endlich soweit und ich konnte einmal mehr am Freitagabend das Flugzeug in Richtung Zürich besteigen. Diesmal  standen die lange und mit grosser Vorfreude erwarteten Skiferien auf dem Programm. Am Sonntagmorgen ging es los und wir bestiegen den Zug Richtung Sion. Patricia hatte für alle Ramsemerschnitten zum Zmorge gemacht, was allseits sehr geschätzt wurde. Nach gut drei Stunden Fahrt kamen wir in Montana an, wo wir unser nettes Hotel bezogen. Zum Hotel soviel vorneweg: Noch nie hatte ich einen ähnlich guten Service erlebt. Erstens wurden meine Ski wegen eines Fehlers unsererseits am Bahnhof nicht abgeholt vom Hotel, was der Chef persönlich dann aber sofort in die Hand nahm, so dass ich meine Bretter, nach einem Tag auf Nadjas, am selben Abend noch hatte. Zweitens wurde Patricias Glutenallergie so souverän erledigt, wie ich noch nie erlebt habe (meine Erfahrungen diesbezüglich beschränken sich zugegebenermassen allerdings auch erst auf ein paar Wochen). Sie bekam spezielles Brot, spezielle Saucen, spezielle Spätzli, etc. Und alles völlig selbstverständlich. Und drittens hat sich das Servierpersonal rührend um den kranken Papi gekümmert, ihm Tablette mit Bouillon, Tee und Zwieback bereitgestellt und ins Zimmer gebracht. Dies also eine durch und durch gute Erfahrung. 
Mit dem Wetter hatten wir im Grossen und Ganzen Glück. Ich hatte noch kaum je so viel Schnee gesehen in Skiferien, was dann allerdings das Fahren auf den kaum präparierten Pisten sehr anstrengend machte. An den meisten Tagen war das Wetter gut, an zweien hatten wir auf den Pisten ein traumhaft schönes Nebelmeer unter uns. 
Krönender Abschluss eines jeden schönen Tages war dann die Zeit im Wellnessbereich, wo wir uns von den Massagedüsen lockern liessen, in der Sauna entspannten und uns im Ruheraum erholten, bevor es zum immer äussert wohlschmeckenden Abendessen ging. 
Viel zu schnell ging diese Woche vorbei und ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Skiferien!

Sonntag, 8. Februar 2009

Chinesische Neujahrsfeier

Heute beschloss ich, mich meinen deutschen Kollegen anzuschliessen und in eine völlig andere Kultur einzutauchen. In der Town Hall in Leeds fand eine Chinesische Neujahrsfeier statt. Der Mitbewohner zweier Kollegen studiert Chinesisch, hat China lange bereist und eine chinesische Freundin, deshalb waren sie auf die Idee gekommen. Und ich fand, dass es nichts schaden könne, mal eine andere Kultur ein wenig kennenzulernen. Die Feier begann mit so etwas wie einer Schnitzeljagd, bei der man an zwölf Posten, die um die Townhall verteilt waren, möglichst schnell Stempel der verschiedenen chinesischen Tierkreiszeichen holen musste. Wir waren zwar sehr schnell, hatten uns aber viel zu spät auf den Weg gemacht und somit alle Gewinnchancen verspielt. Spass hats aber trotzdem gemacht. Dann versammelte man sich in der Townhall, unter allen Chinesen konnte man doch auch einige europäische Gesischter ausmachen. Die Feier dauerte etwa drei Stunden, wurde von verschiedenen mehrsprachigen jungen ChinesInnen moderiert und bot Akte wie tanzende Kinder, einen chinesischen Drachentanz, Auszüge aus einer chinesischen Oper, ein chinesisches Stück für Violine und Piano und einen etwa 5jährigen "Wunderknaben," der Brahms auf einem Flügel fehlerlos vorspielte. Das schöne dabei war, dass kein Akt länger als fünf bis zehn Minuten dauerte, was das Aushalten der Prozedur sehr viel erträglicher machte. Wohlgemerkt, das Programm wurde immer dreisprachig abgehalten, in Mandarin, Kantonesisch und Englisch. In der Pause konnte man sich dann im Untergeschoss mit Frühlingsrollen, fritiertem Reis, Nudeln, Dim Sum und was das chinesische Herz sonst noch begehrt stärken. 
Es war interessant zu sehen, welche Traditionen in China an ihrem Neujahr gelebt werden; für die Chinesen ist ihr Neujahr wie bei uns Weihnachten und Neujahr zusammen, sie feiern also in erster Linie schon den Übergang ins nächste Jahr, haben auch auch so etwas wie eine Nikolausfigur, die Kekse bringt, und für viele Chinesen bedeutet ihr Neujahr, wie bei uns Weihnachten, das Zusammenkommen der Familie. 

Samstag, 7. Februar 2009

Liverpool

Heute stand der von der Uni organisierte Ausflug nach Liverpool auf dem Programm. Liverpool hatte ich bis anhin nur zweimal vom Flughafen aus gesehen und ich habe mich sehr auf diesen Ausflug gefreut. Ein Car, der bis zum letzten Platz von Sprachassistenten besetzt war, brachte uns in etwa eineinhalb Stunden von Leeds nach Liverpool. Erster Programmpunkt war "The Beatles Story." Die Beatles bestimmen das Stadtbild von Liverpool merklich, da alle vier Mitglieder aus Liverpool stammten und die Beatlesmania hier ihren Anfang nahm. "The Beatles Story" ist ein etwas überladenes Museum, dass mit Zeitdokumenten, Fotos, Musik und Kommentar von Mitgliedern und Freunden den Werde- und Untergang der Beatles dokumentiert. Überladen war es, weil die Informationen teilweise gleichzeitig von Texttafeln, aus Lautsprechern und dem Audioguide extrahiert werden musste, was dann doch etwas viel aufs Mal war. Man konnte aber durchaus auch interessante und lustige Fakten lernen, zum Beispiel, dass Ringo Starr eigentlich Richard hiess und von den drei anderen Beatles den Spitznamen Ringo bekam, weil er so viele Ringe anhatte. Oder, dass die Beatles die erste Band waren, die ein Konzert in einem Stadion gaben, in New York vor 55'000 Leuten. 
Nach dem Museumbesuch trieb es uns an die frische Luft und wir machten uns in unserem Fünfergrüppchen auf, den alten Hafen und das Stadtzentrum von Liverpool zu erkunden. Liverpool erlangte im 19. Jahrhundert als Sklavenumschlagsplatz enorme Wichtigkeit, verlor aber mit dem abflauenden Schiffshandel über die Jahre an Status und war bis etwa 1980, nicht zuletzt wegen den zahlreichen Einwanderern aus Irland, eine eher heruntergekommene und nicht sehr lebenswerte Stadt. Dann wurde das Ruder aber gewendet und man begann mit dem Wiederaufbau und der Erneuerung der zerfallenden Viertel. Das hat einerseits zur Folge, dass grosse Teile des Hafens und der Zentrums sehr moderne, attraktive Gebäude bietet, die vielfältig genutzt werden. Andererseits sieht man auch ganze Strassenzüge mit Häusern, deren Fenster mit überall gleichen, farbigen Postern verbarrikadiert sind, da diese Häuser in naher Zukunft neuen Bauprojekten weichen werden. Dadurch wirkt die Stadt sehr umtriebig und im Aufbruch begriffen, nicht zuletzt, weil die junge Musikszene auch heute noch eine grosse Rolle spielt. 
So schlenderten wir durch die Fussgängerzone, vorbei an sehr interessanter Architektur und sahen uns nur durch die Kälte gezwungen, in einem Café eine Pause einzulegen. Als letzter Halt, den wir wieder mit der ganzen grossen Gruppe unternahmen, fuhren wir vor die katholische Kathedrale, die mit ihrer etwa runden Form von aussen eher hässlich aussieht, von innen aber mit einem riesigen, grossflächigen Innenraum beeindruckt. Die Aufgabe an die Architekten war, dass 20'000 Leute gleichzeitig den Altar sehen können. Was auch heute noch sehr imposant ist, wobei ich mich frage, wann diese Räumlichkeiten wohl das letzte mal 20'000 Kirchengänger beherbergte... 
Nach diesem kurzen Abstecher in die Kathedrale bestiegen wir auch schon wider den Bus und fuhren nach Leeds zurück. 
(Fotos werden folgen, sobald ich meinen neuen Computer haben und meine Kamera wieder anschliessen kann.)

Montag, 2. Februar 2009

Wieder online zu Hause

Dieses Wochenende hatte ich die grosse Freude, die Heimat zu besuchen. Ich machte mich am Freitagnachmittag direkt von der Schule aus auf den Weg in Richtung Manchester Flughafen, von wo aus mich die Swiss mit einer Stunde Verspätung nach Zürich brachte. Dort holte mich Patricia ab und wir beschlossen, das meiste aus dem Wochenende zu machen und noch auf ein, zwei Bier in die Catrina und später in die Alte Metzg zu gehen. Den Samstag verbrachten wir mit Einkaufs-, Film- und Esskultur, sprich wir kauften Ski- und normale Hosen für Patricia, sahen uns "The Curious Case of Benjamin Button" an und assen im Restaurant Turm zu Abend. Wir waren schon auf dem Heimweg, als wir beschlossen, doch noch in den Ausgang zu gehen, stiegen also an der nächsten Tramhaltestelle aus und gingen wieder in die Stadt zurück, um der Catrina einen zweiten Besuch abzustatten. 
Nach einer kurzen Nacht trafen wir Mami, Papi, Niggi, Nadja und Michi im Movie zum Brunch, was sehr gemütlich war. Den Nachmittag verbrachten wir mit Faulenzen vor dem Fernseher, Uns-Erholen von der Niederlage Federers in Melbourne gegen die Nadel und Schauen von "Keinohrhasen," bei dem allerdings dummerweise die letzten zehn Minuten nicht mehr auf der DVD Platz hatten und wir also das Ende nicht kennen. Nach einem feinen Znacht zu Hause gingen wir dann auch schon langsam ins Bett, da ich ja heute sehr früh aufstehen und meinen Flieger zurück nach Manchester erwischen musste. Der Wecker ging dann auch schon um Viertel vor fünf und ich kam völlig problemlos und perfekt in der Zeit wieder in Manchester an. 
Im Zug zurück nach Leeds bekam ich dann von Roger das sms, dass die Schule heute zum zweiten Mal wegen Schneefalls geschlossen sei. Ich hätte also getrost noch ein paar Stunden liegen bleiben können. Wenn sich der Schneefall doch nur vor eineinhalb Monaten schon angekündigt hätte... Somit habe ich aber zu Hause genug Zeit, mich wieder einzurichten, vor allem mit Lebensmitteln, und die wiedererlangten Vorzüge der Internetverbindung zu Hause zu geniessen. Im Moment arbeite ich wieder mit meinem kleinen 12'' Laptop, bis ich in einer Woche meinen neuen 15'' bestellen kann. Mein kleiner alter macht sich aber noch sehr rüstig und hat die Wartezeit unbeschadet überstanden, um nach einigen updates wieder zuverlässig, wenn auch langsam, in meinen Dienst einzutreten.