Mittwoch, 3. Dezember 2008

A Yorkshire Welcome

Heute gab ein Einheimischer eine Vorlesung über den lokalen Dialekt und stellte dabei dieses von ihm selber geschriebene Lied vor: 

Advertising jingle: The ideal location for your vacation
   Is wonderful welcoming Yorkshire

That can't be right, sir... How about this?
If you think of Yorkshire when you think of holiday
You're very welcome to stay away

It's full of louts and layabouts and surly flat-capped peasants
Who if they have a word for you, it's bound to be unpleasant
If upset they may turn violent and vicious
And by the way - better watch yer 'andbad, missus

If you think of Yorkshire, maybe you'll remember this
That you're very welcome to give it a miss

Your Yorkshire hospitality is only wishful rumour
The Tykes are Scots with trousers on but without a sense of humour
We are gawmless galloots, unshaven foulmouthed blackguards
Uncultered brutes, we're yokels, yobs, we're wazzocks

If you visit Yorkshire, from Rotherham to Reeth
You're very welcome to keep it brief

If you ever want to feel unwanted we can recommend it
If you're saving up for a rainy day, this is the place to spend it
'Cos the rains lash down, and soak you soft off-cummed 'uns
And those not drowned, can sod off back to London

Das ist also die Eigenbetrachtung der Leute aus Yorkshire und ihr Verhältnis zu Auswärtigen. Und hierher hat es mich verschlagen... 

Dienstag, 2. Dezember 2008

England und Schnee

Heute Morgen lag zu meiner Überraschung eine dünne Schicht Matsch auf den Strassen. Mich kümmerte das natürlich nicht weiter, abgesehen davon, dass ich beim Gehen ein wenig besser aufpassen musste. Die Verspätung meines Zuges um fünf Minuten führte ich auch nicht auf den Schnee zurück. Den englischen Umgang mit Schnee erkannte ich erst in Keighley, als ich den gewohnten Bus zu meiner Schule nehmen wollte. Der kapitulierte nämlich vor den fünf Zentimetern Schnee, der auf den Strassen lag und beschloss, gar nicht erst zu fahren. So musste ich also auf einen anderen Bus umspringen, der uns über eine andere, weniger hügelige Route von unten an die Schule brachte. Soweit, so gut. Ich erreichte die Schule zwar später als sonst, aber immernoch rechtzeitig. Ein erstes Mal überrascht wurde ich in der Schule, als von acht LehrerInnen gerade mal zwei anwesend waren. Entsprechend hektisch versuchten die dann auch, Ordnung in das Lehrermangelchaos zu bringen und so wurde ich kurzerhand alleine in Rogers siebte Klasse gestellt und musste mit denen ein Arbeitsblatt durcharbeiten, das sie aber scho letzte Woche gemacht hatten. Ein wenig Repetition kann ja nicht schaden, dachte ich mir. Da die SchülerInnen das Blatt aber schon mal gelöst hatten, waren die ersten nach etwa zehn Minuten fertig und so hiess es für mich, die verbleibenden 50 Minuten zu improvisieren. Irgendwann trudelte dann auch Roger ein, der für seinen Schulweg von Manchester nach Keighley 2 3/4 Stunden gebraucht hatte und 45 Minuten zu spät zur Schule kam. Rachel erschien wegen dem Schnee überhaupt nicht und die meisten anderen Lehrer kamen nach und nach. Als es am Nachmittag wieder zu schneien anfing, war das Chaos perfekt. Autos wurden verlassen und Heimwege zu Fuss durch den Schnee(matsch) zurückgelegt, Busse wurden stehengelassen, Züge fielen aus und auf der Strasse war eine einzige Rutschpartie. Ich betrachtete die Situation mit der nötigen Gelassenheit und einem gewissen Amusement, bis mir mitgeteilt wurde, dass die Züge zwischen Keighley und Leeds nicht fahren würden und ich um meine Heimkehr bangen musste. Roger tätigte dann allerdings einige Telefonate und fand heraus, dass der Ausfall der Züge ein Gerücht war. So konnte ich also schlussendlich ganz normal nach Hause kehren, sogar ohne Verspätungen. 
Es war aber sehr amüsant mitzuerleben, was fünf Zentimeter Schnee so alles anrichten können!

Eine Woche mit Patricia

Letzten Mittwoch hatte ich das grosse Vergnügen, mich Richtung Manchester in Bewegung versetzen zu können und dort am Flughafen Patricia in Empfang zu nehmen. Sie blieb für fast eine ganze Woche und wir genossen einfach das Beisammensein, ohne gross auf Reisen zu gehen. Am Donnerstag und Freitag musste ich arbeiten, sprich das Haus morgens früh verlassen um erst am späteren Nachmittag wieder zurückzukommen. Die Abende versüssten wir uns mit gemeinsamem Kochen und Essen und DVD-Schauen. Am Freitagabend wollte ich Patricia zum Inder ausführen, verirrte mich aber und so gingen wir an einer Kreuzung statt 200 Meter nach rechts zum Inder etwa 3000 Meter nach links zurück ins Zentrum von Leeds, entlang einer hässlichen Strasse durch die Kälte. Immerhin entschädigte das Latino-Amerikanische Restaurant, das wir dann fanden, uns für das verpasste Curry, wenn auch Patricias Sirloin Steak in Kohle mariniert worden zu sein schien. 'Chargrilled' sagt man dem dann wohl.
Am Samstag wagten wir uns ins vorweihnachtliche Shoppinggetümmel in Leeds. Im einen Kaufhaus mussten wir uns einfach der Menschemasse hingeben und dem Strom folgen, bis wir dann befanden, dass uns dies zu dumm war und wir doch erstens unseren Weg selbst bestimmen und zweitens nicht den ganzen Tag in diesem Warenhaus verbringen wollten. So bahnten wir unseren Weg mit einigen Zwischenstops zum Clarence Dock, wo viele tolle, aber teure Geschäfte erst sehr kürzlich eröffnet wurden und es deshalb praktisch keine Leute hatte. Ein enormer Kontrast zur Fussgängerzone! Nicht einmal im Starbucks, wo wir uns wärmten, mussten wir Schlange stehen. 
Am Sonntag legten wir einen gemütlichen Tag ein, gingen Einkaufen, buken drei verschiedene Sorten Guetzli, schauten eine DVD und starteten am Abend den zweiten Versuch, Indisch Essen zu gehen. Diesmal funktionierte alles wie geplant und wir erreichten das Restaurant schnell und pünktlich. Das Essen war gewohntermassen und erwarteterweise lecker. 
Am Montagabend genossen wir dann einfach noch unser Beisammensein, bevor ich Patricia am frühen Dienstagmorgen zwecks Schule alleine in der Wohnung zurücklassen musste, von wo aus sie später den anstrengenden und nervenaufreibenden Weg zum Flughafen in Manchester in Angriff nahm, wo sie aufgrund des verspäteten Busses um ein Haar den Flug verpasste. Es ging aber alles noch einmal gut und so gehen wir für die nächsten gut zwei Wochen wieder getrennte Wege.

Montag, 24. November 2008

Manchester





Nachdem ich Philippe am Bahnhof in Manchester verabschiedet hatte, musste ich mir für die folgenden Stunden die Zeit in Manchester alleine vertreiben, da ich ja am Abend ans Opeth-Konzert ging. Als erstes floh ich vor der Kälte und tankte mit einem Kaffee ein wenig Energie. Dann ging ich ins sehr neue und moderne Museum Urbis (der Glasturm auf dem Foto oben), das sich mit der Grossstadt als Lebensraum auseinandersetzt. Leider sind am Sonntag die meisten Räume geschlossen und ich konnte nur gerade eine Spezialausstellung über einen Künstler anschauen, der sich mit der Unterdrückung von Afro-Amerikanern beschäftigt, was sehr eindrücklich und teilweise auch krass war. Eine Mitarbeiterin informierte mich darüber, dass an diesem Nachmittag ein Filmworkshop stattfinden würde, den ich dann spontan besuchte. Es ging darum, in kleinen Gruppen rauszugehen, rund sechs Minuten zum Thema Manchester und was es für einen bedeutet zu filmen und daraus dann ein einminütiges Filmchen zu schneiden. Auch wenn sich die Zusammenarbeit mit meinen drei Projektpartnern eher schwierig gestaltete, da alle verschiedene oder überhaupt keine Ideen hatten und die eine ständig von Morden, Augenrausschneiden, Zombies und Leichen redete, so lernte ich doch mindestens Grundsätze des Filmeschneidens und -bearbeitens, was ich sehr positiv finde. Danach vertrieb ich mir die Zeit mit Schaufenstershopping und Lesen, bevor ich mich auf den Weg in die Manchester Academy machte, wo Opeth auftraten. Das Konzert war erwartungsgemäss grandios, wenn auch mit eineinhalb Stunden ein wenig kurz für eine Band wie Opeth, was aber nicht an ihnen, sondern am Spielschluss um halb elf lag. Die Zuschauer waren sehr angenehm und friedlich, was ich mir zwar erhofft, aber nicht unbedingt erwartet hatte. Die Heimreise verlief wie geplant und so kam ich zwar spät, aber zufrieden wieder in meinen vier Wänden an. 

Mit Philippe in Leeds





Am Freitagnachmittag hatte ich die Freude, Philippe am Bahnhof in Leeds in Empfang zu nehmen, der mich übers Wochenende besuchen kam. Wir begannen unseren Rundgang durch Leeds in der Fussgängerzone, wärmten uns in einem Pub an einem Bier und besuchten noch den deutschen Weihnachtsmarkt, bevor wir - ganz ortgemäss - in ein indisches Restaurant gingen und uns Currys zu Leibe führten. Es war wie erwartet sehr lecker und wir hatten eine sehr gesprächige, lustige Bedienung, der ich nun eine Patek Philippe Uhr schulde (da wir ja Schweizer sind). Am Samstagmorgen trieben wir erstmal ein wenig Frühsport an einem schönen, neuentdeckten Weg entlang eines Flusses durch die Docks. Danach erkundeten wir Leeds ein wenig genauer, gingen in viele Geschäfte und froren uns im Clarence Dock, das sehr neu und modern ist, die Zehen ab. Das Abendessen wurde dann zur Geduldsprobe, da wir ins Kino mussten, wir aber 50 Minuten auf unser Essen warteten. So wurde erst zehn Minuten vor Filmbeginn aufgetischt; die ganze Übung wurde also zu einer sehr stressigen Angelegenheit. Wir verpassten auch die ersten paar Minuten von 'Body of Lies,' kamen aber trotzdem noch gut rein. Nach einem Bier mit den anderen Assistants gingen wir dann aber bezeiten wieder nach Hause, da wir am Sonntag realtiv früh aufstehen mussten. Wir wollten noch ein wenig Zeit in Manchester haben, bevor Philippe dann schon wieder nach Hause fliegen musste. Dummerweise liess und das Wetter im Stich, es regnete und war sehr kalt, weshalb wir das meiste von Manchester innerhalb eines riesigen Einkauszentrums sahen. Immerhin führte uns der Weg an den Bahnhof durch die Fussgängerzone, so dass wir wenigstens Konsumkultur sahen. Und dann hiess es nach viel zu kurzen zwei Tagen schon wieder Abschied nehmen. 

Mittwoch, 19. November 2008

Bowling und Curry in Kirkstall



Heute lud der Wharfedale German Circle zum Bowlingspielen und anschliessenden Curryessen. Auch wenn ich beim Bowling ein paar Strikes und Spares hervorzaubern konnte und lange auf Erfolgskurs war, reichte es am Schluss nicht ganz zum Sieg und ich wurde von Ina und ihrem Freund Michael geschlagen. Beim zweiten Spiel schlugen meine Versuche, der Kugel mal ein wenig Spin mit auf den Weg zu geben, grösstenteils fehl und so landete ich weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Eine Rolle spielte es natürlich nicht, Spass hat es trotzdem gemacht! 
Curry ist ja hier im Norden England, in Leeds und vor allem in der Nachbarstadt Bradford, so beliebt wie verbreitet und so liegt es auf der Hand, dass man das mal probiert. Dank der guten Organisation des German Circles hatten wir unser Essen schon während des Bowlings bestellt, das heisst kurz nachdem wir im berstend vollen Sheesh Mahal Platz genommen hatten, wurde auch schon aufgetischt. Ich hatte ein sehr leckeres süssliches Curry mit Poulet, Kokosmilch, Rahm und Lychees und dazu 'Special Sweet Naan' mit Kokosraspeln, Rosinen und Rahm. Hätte man alles auch sehr gut als Nachspeise essen können, was mich natürlich nicht im Geringsten störte. Wird mit Sicherheit nicht das letzte Mal sein, dass ich hier Curry gegessen habe. 

Lurtz


Leider das einzige Foto, das ich von der Herr der Ringe Ausstellung schiessen durfte.